Friedrich von Hardenberg war der einzige im frühromantischen Dichter- und Freundeskreis, der einen festen Beruf ausübte. Neben der „Hauptsache“ – dem praktisch-beruflichen Leben – betrachtete er sein dichterisches und philosophisches Werk als eine „Nebensache“.

 

Von Februar 1796 bis zum Beginn seines Bergbaustudiums in Freiberg Ende 1797 war Friedrich von Hardenberg als Salinenbeamter in Weißenfels angestellt. Nach dem Abschluß dieses Studiums wurde er am 7. Dezember 1799 zum Saline-Assessor ernannt und als viertes Mitglied der Salinedirektion zugeordnet.

 

Zu den Aufgaben Friedrich von Hardenbergs gehörte es auch, die Salzwerke mit Heizmaterial für die Salzpfannen zu versorgen.

 

1798 erhielt der sächsische Geologe und Mineraloge Abraham Gottlob Werner den Auftrag, eine „geognostische Landesuntersuchung“ des Kurfürstentums vorzunehmen. Diese Erforschung des geologischen Baus von Sachsen wurde die erste im Team durchgeführte und unter einheitlicher Leitung stehende geologische Erkundung eines Staates. Werner bezog auch seinen begabten Freiberger Schüler Friedrich von Hardenberg in diese interessante Aufgabe ein.

 

Hardenberg hatte sich als Mitarbeiter in der Weißenfelser Salinedirektion seit Mitte 1799 als „Geognost“ vorwiegend mit der Erkundung und Erschließung der Braun- kohlelager im Raum Halle-Leipzig-Zeitz-Weißenfels beschäftigt und kannte diese Gegend hervorragend.

 

Auf Ersuchen Werners erkundete er in der ersten Juni Hälfte 1800 zusammen mit dem Bergbaustudenten Traugott Michael Haupt die „Gegend von Zeitz, Pegau und Zwenkau, bis Leipzig“ hinsichtlich geo- logischer Formationen, Aufschlüsse und Lagerstätten von Bodenschätzen.

 

Dabei gingen sie auch zu Fuß von Zeitz über Gera, Ronneburg, Meuselwitz wieder nach Zeitz zurück. Die zweite, hier nicht dargestellte Route, führte sie im Juli 1800 über Borna bis Leipzig.

 

Als Ergebnis legte Friedrich von Hardenberg seinem Lehrer Abraham Gottlob Werner in Freiberg eine gründliche und umfangreiche Studie vor, in der das Wissen seiner Zeit zum Braunkohlenabbau in unserer Region zusammengefaßt war. Als wissenschaftshistorisches Dokument ist sie heute von größtem Wert.